Modell eines Gehirns zur Krankheitserklärung von Migräne & Kopfschmerzen

Migräne und Kopfschmerzen

Die Migräne ist eine häufige Erkrankung, ca. 4-7% der Bevölkerung leiden unter einer Migräne. Die Attacken können bei Erwachsenen bis zu 72 Stunden dauern und gehen mit meist halbseitigen, pochenden Kopfschmerzen einher, typischerweise kommen Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit hinzu. Bei etwa jedem 7-ten Patienten geht der Migräneattacke eine Aura voraus, beschrieben werden Phänomene wie Lichtblitze, Flimmern, Wahrnehmung gezackter Linien oder Gefühlsstörungen an den Extremitäten oder im Gesicht. Frauen im mittleren Lebensalter sind etwa 3mal häufiger betroffen als Männer. Oft ändert sich die Symptomatik im Verlauf des Lebens.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose wird im Wesentlichen anhand der Beschwerdeschilderung (Anamnese) und des (unauffälligen) neurologischen Untersuchungsbefundes gestellt.

Es handelt sich um eine chronische Erkrankung mit wiederkehrenden Attacken. Man unterscheidet daher die vorbeugende Behandlung (Migräne-Prophylaxe), die Häufigkeit und Intensität der Anfälle reduzieren soll, von der Behandlung der akuten Attacke (Anfallsbehandlung).

Wie wird eine Migräne therapiert?

In der Anfallsbehandlung greift man eher zu reinen Schmerzmitteln (ASS, NSAR) oder zu spezifischen Migränemedikamenten (sog. Triptane), die als Tablette, Nasenspray oder Injektion angeboten werden, oft in Verbindung mit Mitteln gegen die Übelkeit (Antiemetika).

In der Migräne-Prophylaxe kommen zahlreiche Medikamente in Frage, die leider regelmäßig eingenommen werden müssen. Die Auswahl geschieht nach individuellen Aspekten der Verträglichkeit und Wirksamkeit von Fall zu Fall. Eine wertvolle Ergänzung stellen neuerdings verfügbare sog. monoklonale Antikörper (Eptinezumab, Fremanezumab, Galcanezumab oder Erenumab) dar. Sie werden in der Regel einmal im Monat injiziert und reduzieren die Zahl der Attacken/Migränetage deutlich. Leider sprechen nicht alle Patienten auf diese Behandlung an, daher muss die Wirksamkeit innerhalb von 4–8 Wochen evaluiert werden. Auch die Injektion von Botulinumtoxin hat in der Migräneprophylaxe heute eine große Bedeutung erlangt. Die Behandlung ist mehrere Monate wirksam und nebenwirkungsarm.

Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung verhaltensmedizinischer Therapieverfahren. Empfohlen werden zum Beispiel Verfahren zum Stressmanagement, Entspannungstherapie und regelmäßiger aerober Ausdauersport.

Die genannten Therapieoptionen stehen Ihnen selbstverständlich bei uns zur Verfügung, wir beraten Sie gern.